Mittwoch, 20. Mai 2009Jim Kino gewesen. Heute: Last House on the left |
Es hat gestürmt, es war ungemütlich, ich wollte Blut und Horror. Und kleine Teenager-Mädchen, die gehören ja bei Horrorfilmen meistens zum guten Ton…..oder Bild? Egal, ” Last House on the left ” gabs schon mal in den 70ern, verfilmt vom guten alten Wes Graven. Trotz der jungen Darsteller und moderner Optik habe ich gehofft, dass dieser Film nicht so’n Pussy-Horror wie House of Wax und Co ist ( Könnte mal bitte jemand Paris Hilton schlagen? ). Ganz ehrlich: Wenn man einen Horrorfilm guckt und Spaß dabei hat, muss man zwar ein bisschen psycho sein, aber darum gehts doch bei diesen Filmen oder? Wenn ein Regisseur es schafft, mir mit seinen Bildern Angst einzuflößen und die Kehle zuzuschnüren, dann bin ich gefangen in einem Zustand aus Ekel und Abtörn, aber gleichzeitig feiert ein Teil in mir die Tatsache, dass der Filmemacher dieses Gefühl bei mir auslösen kann. Zum Film: Vaddi, Muddi und Töchterchen fahren zur Erholung in ein einsames Häuschen irgendwo im Wald. Schon mal gut. Funktioniert immer. Die Tochter will dann ziemlich fix eine alte Freundin besuchen, die ganz in der Nähe wohnt. Muddi und Vaddi feiern das nicht gerade, aber lassen sie trotzdem gehen. Glücklich wiedervereint lernen die zwei Mädels einen Typen kennen, der sie auf eine Sportzigarette in sein Hotelzimmer mitnimmt. Bisher alles harmlos. Dann aber kommt der Gangster-Vater des Typen und seine Psycho-Freunde früher als erwartet von irgendwelchen Schandtaten zurück, und auf weibliche Besucher hat von denen Keiner Bock. Zumal man neuerdings auf der Fahndungsliste ganz oben steht. Und dann wirds hässlich: Die Psycho-Gang schleppt die Mädels in den Wald und der Leader macht dort auf ziemlich hässliche Weise das, was man mit keinem Mädchen der Welt tun darf. Die ersten Zuschauerinnen verlassen weinend den Kinosaal und ich bin aggro auf die Psycho-Gang. Alles in mir schreit nach Vergeltung und blutiger Rache. Aber es ist noch nicht vorbei, verschiedene Messer werden in die Körper der Damen geschoben und trotz Horror-Erfahrung muss ich sagen: Gut eklig. Hätte fast gekotzt. Sieht verdammt echt aus. Unser Töchterchen wird dann noch bei einem Fluchtversuch angeschossen und scheint in einem See zu sterben. Die Psycho-Gang dagegen sucht in der Zwischenzeit nach einem Unterschlupf für die Nacht und landet ausgerechnet bei den Eltern der soeben geschundenen Tochter. Die sind ziemlich hilfsbereit, man will ja ein paar junge nette Menschen nicht draussen stehen lassen….und laden ein zur Übernachtungsparty im Gästehaus. Muddi spürt schon, dass mit diesen Typen irgendwas nicht stimmt, aber erst als das von uns tot geglaubte Kind sich blutüberströmt auf die heimische Terasse rettet, werden alle Zweifel aus dem Weg geräumt. Und jetzt wird der Film schön, denn: Vaddi ist kein Opfer. Und Vaddi ist stinksauer. Vaddi will blutige Rache. Und bekommt sie. Ich sitze im Kino und freu mich. Endlich mal keine lästigen Fluchtversuche der Opfer sondern ein Vater, der jedes Schwein, das sich an seiner Tochter vergrifen hat, kräftig ausbluten lassen will. So muss es sein. Schnapp sie Dir Du gnadenloser Racheengel, mach sie alle kaputt. Ob er es schafft und was er sich so einfallen lässt müsst ihr selbst herausfinden. Für mich war es endlich mal wieder ein guter Horrorfilm, der gegen Ende eine “Kevin allein zuhaus”-Version für Erwachsene wird. Unterhaltsame Splatterei für Fortgeschrittene. Daumen hoch.
Euer Jim.








