Donnerstag, 29. Oktober 2009Jim und das wahre Leben: Der Arm |
Ich würde sagen, ich kann viel vertragen. Ich guck mir jeden Horrorfilm alleine an, lass mir gerne Blut abnehmen und verpasse nur selten eine Staffel von Big-Brother. Grund genug, mich für ziemlich tough zu halten. Dann kam unser Ausflug ins Schwimmbad. Meine Brüder, Celvin und ich. Wie das immer so ist, wenn es auf’s Sprungbrett geht will Jeder der Geilste sein. Wer schafft die hässlichste Arschbombe, wer springt am höchsten, wer trifft den kleinen dicken Jungen der unten im Wasser schwimmt? Meine sportlichen Zeiten sind zwar noch nicht ganz vorbei, aber ich wusste dass ich bei diesem Contest nicht mithalten kann. Also guck ich vom Beckenrand aus zu und mach einen auf erhaben. Celvin bringt die dicksten Dinger, seine Breakdanceskillz helfen dabei enorm. Salto mit Köpper, vorwärts, rückwärts, das ganze Programm. Irgendwann will er es wissen und setzt an zu…ich weiß auch nicht. Doppelter Salto mit Schraube? Sah jedenfalls aus als sei er auf eine Landmine getreten die ihn unkontrolliert durch die Luft schleudert. Als er wieder auftaucht sieht er aus, als ginge es ihm nicht sonderlich gut. Meine Brüder und ich lachen uns tot. Erst als er sich von uns aus dem Wasser ziehen lässt wird mir klar, dass da was nicht stimmt: Sein Arm! Was ist da los? Der labbert so ganz komisch vor sich hin und ist irgendwie in die falsche Richtung gedreht. Wie bei einem Playmobilmännchen, dem man den Arm falschrum angesetzt hat. Ein Krankenwagen wird gerufen. Ich fahre mit, zum Händchen halten. Celvin wirkt ruhig, hat so was schon öfter erlebt. Ich nicht. Ich laber die ganze Zeit irgendeinen Blödsinn, wahrscheinlich um mich selbst zu beruhigen. Dieser Arm! Das ist so falsch! Der gehört so nicht! Im Krankenhaus angekommen beginnen irgendwelche Assistenzärzte sofort an dem Arm zu zerren als streiten sie sich beim Sommerschlussverkauf um dasselbe Kleidungsstück. Celvin lässt es über sich ergehen. Ich bin wie hypnotisiert. Dürfen die das? Dieser Arm! Der gehört anders! Nicht so doll ziehen! Knack! Dann wird mir schwarz vor Augen. Als ich wieder aufwache, liege ich in einem Stuhl wie vom Frauenarzt, beide Beine nach oben gerichtet. Um mich rum ein paar Ärzte und Celvin, alle lachen über mich. celvin hat mittlerweile starke Schmerzmittel bekommen und erzählt mir was von ” der geilste Trip auf dem ich je gewesen bin “. Dann verdrehen sich seine Augen leicht und er fängt an, Jupp aus ” voll Normal ” zu zitieren. Er hatte auf jeden Fall Spaß. Und ich die Erkenntnis, dass ich mich nie wieder in einem Zimmer mit Ärzten und einem ausgekugelten Arm aufhalten will. Ist zuviel für meine Nerven. So, und jetzt guck ich mir Irreversibel an.








