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image Freitag, 30. Oktober 2009

Jim und das wahre Leben: Exorzismus


Mit ca. 12 gab es bei uns im Freundeskreis eine ziemlich spannende Art, mit Geistern zu reden: Gläserrücken! Mit etwas Abstand betrachtet muss ich sagen, dass man da vielleicht die Finger von lassen sollte. Nicht unbedingt, weil der Teufel persönlich erscheinen könnte, aber für mich hatte diese Geschichte ein bitteres Ende. Wir trafen uns meistens im Keller, erzeugten eine leichte Pseudo-Geister-Stimmung mit ein paar Teelichtern und nahmen ” Kontakt ” auf. Irgendeiner hat immer geschoben, so richtig ernst war es eigentlich nie. Mehr so wie heimlich rauchen. Irgendwann kam ich nach Hause, meine Mutter öffnete mir mit ernstem Gesichtsausdruck die Tür und sagte: ” Du hast Besuch “. Im Wohnzimmer saß Fritz, einer unserer Nachbarn. Fritz war bekannt dafür, dass er heftig gläubig war, dauernd mit Gott redete und seinen Kindern nicht erlaubte Hero Turtles zu gucken weil mutierte Schildkröten Gotteslästerung sind. Ich wusste nicht direkt, was er wollte als er mich ansah und sagte: ” Florian, Du hast etwas Schlimmes getan. Jetzt wohnt der Satan in Dir und frisst Deine Seele langsam auf “. Hab ich erwähnt dass ich zwölf war? Könnt ihr euch vorstellen, wieviel Schiss ich JETZT hatte? Ich musste mich zu ihm auf’s Sofa setzen, meine Hände falten, die Augen schliessen und dann gings ab: ” Lieber Gott, Florian befindet sich in den Händen des Satans. Sein Würgegriff wird immer fester und wir möchten Dich bitten, das Bündnis zwischen Florian und dem Teufel zu beenden. Wir möchten Dich bitten, gütig zu sein und Florian die Kraft zu schenken, den Satan zu vertreiben, damit seine Seele wieder rein ist und er nicht in die Hölle muss. ” ich muss was? In die Hölle? Der Satan wohnt in mir? Krass. Ich dachte eigentlich, dass ich ein ganz normaler Junge bin, der aus einer Partylaune heraus mal ein bisschen Kontakt mit dem Jenseits aufnehmen wollte. Jetzt sitz ich hier, betend. Ein Mann bittet Gott, mir den Teufel auszutreiben und betet dabei so inbrünstig, dass ich eine Heidenangst bekomme. Ich glaube, ich hatte nie wieder soviel Angst wie in diesem Moment. Würde ich den Typen heute wiedersehen, würde ich mir schwarze Kontaktlinsen einsetzen, grünen Schleim auf ihn kotzen und schreien: ” Es hat alles nichts genützt, ich mach jetzt Hip Hop! “


Auch was zu sagen?



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